Montag, Juli 13, 2009

Der ominöse Fehler 203

Heute hab ich mir Firefox Version 3.5 installiert. Vorher mit MozBackup alle Daten der alten Version inklusive Add-Ons gesichert.
Als ich dann XMarks das feine Programm zum Sichern meiner Booksmarks - suchte, war's verschwunden. Stand zwar noch unter meinen Add-Ons, ließ sich aber nicht aktivieren. Ich hab auch versucht, es noch mal zu installieren. Ging nicht. Firefox meldete Fehler 403 und empfahl, in der Fehlerkonsole nachzugucken. Das half mir nicht weiter. Dann fand ich folgenden Beitrag im Forum: "Fehler 203, Erweiterung lassen sich nur teilw. installieren". Die Lösung für mich stand irgendwo unten im Text - einfach folgende Dateien im Profilorder für Firefox löschen:

extensions.ini
extensions.cache
extensions.rdf

Alle Add-Ons tauchten nach dieser Maßnahme wieder an ihren alten Stellen auf und funktionierten. Wunderbar!

Danke JonHa und mozillazine.org.

Mittwoch, April 15, 2009

Ich laufe jetzt nicht mehr selbst – ich lasse laufen

Ich weiß gar nicht mehr, wie das kam, dass Timo mich mit zum Reiten nahm. Freundschaft war vermutlich der primäre Grund, der zweite: Neugier, der dritte: Die glorreichen Sieben. Wenn ich bislang mit Leuten übers Reiten sprach, dann waren es immer unsere zwei Ausflüge zu einem Reiterhof in Logabirum, die mir in den Sinn kamen. Und trotz des leichten Schreckens, den sie mit sich brachten, sitze ich jetzt in einem Bett, das zu einem Reiterhof in Irland gehört. Hier mache ich gerade Working Holidays, die mit Holidays gehörig wenig zu tun haben. Und – ich greife vor – ich sitze hier auf Pferden, die meistens nicht nur in der Landschaft herumstehen, sondern auch darin laufen, schreiten, traben, galoppieren, meist mit mir obendrauf. Davon hätte ich höchstens zu träumen gewagt nach meinen Erlebnissen mit Timo und meinem ersten Leihpferd.

Ich war ungefähr neun. Mit dem Fahrrad zum Reiterhof zu fahren, war allein schon aufregend. So weite Strecken selbstständig hinter mich zu bringen, war ich nicht gewohnt. Das waren bestimmt zwölf Kilometer oder so. Oft mit Gegenwind – auf dem Hin- und dem Rückweg.

Ich weiß noch, dass Timo ein super Voltigierer war. Zumindest hat er an Wettbewerben teilgenommen. Und wohl deswegen durfte er sich einfach Pferde für einen Ausritt ins Grüne ausleihen und musste nicht im Kreis durch die Arena marschieren. Es war auch kein Thema, dass ich als Reitunkundiger auf so einem Ausflug mitkam. Bronko hieß mein Pferd, ein Name, der für meinen Geschmack zu sehr nach Gemüse klingt, um eines edlen Rosses würdig zu sein.

Zwei Gründe, die dafür sprechen , nach meiner Reiterfahrung mit Bronko nie wieder auf ein Pferd zu steigen:

1. Kurz nach dem Losreiten, vermutlich beim zweiten Besuch in Logabirum, fiel ich von Bronko herunter. Ich geriet so ins Gras, in knapper Entfernung einer Hausmauer, gegen die ich auch problemlos hätte knallen können. Ich tat das nicht, weiß aber spätestens seitdem, dass Pferderücken nicht nur optisch einen wesentlich höheren Abstand zum Boden aufweisen als mein Fahrradsattel. Und mein Fahrradunfall, der mir mein Untergebiss durcheinander haute, war schon schlimm.
2. Als Timo mit seinem Pferd in den Trab ging, rannte Bronko hinterher. Mit der Folge, dass ich wie blöde im Sattel hoch- und runterhüpfte und feststellen musste, dass ich keine Kontrolle über das Pferd hatte. Timo stoppte mein Pferd und rettete mich (danke nochmal dafür!) vor dem erneuten Runterplumsen und einem vorzeitigen Verlust der Gradheit meines Untergebisses, das ja erst ein paar Jahre später beim Fahrradunfall seine endgültige Form gewinnen sollte. Seit diesem Vorfall vertrat ich mit festem Glauben die These vom Alphapferd, das die Herde führt, so wie Timos Pferd das meine in den Trab gebracht hat.

Und trotzdem: Ich bin jetzt in Irland, bewohne ein Zimmer mit quietschendem Bett und meiner Freundin Johanna, die darin neben mir liegt und die Ursache für meinen Weg hierhin ist. Vier Wochen war sie schon hier, bevor ich nachkam. Ich nahm den Ryanair-Flieger (schrecklich: diese gelben Sitze) von Weeze nach Shannon, den Bus vom Flughafen nach Limerick Bus Station, von dort den Bus nach Abbeyfeale. Gegenüber dem Spar-Markt (gibt’s die eigentlich nur noch außerhalb von Deutschland? Nee, oder? Ich hab im Rheiderland auch mal wieder einen gesehen, ist aber schon länger her), also: gegenüber vom Spar-Markt bin ich ausgestiegen, dann zum Tesco-Markt gelaufen, dann da Süßigkeiten gekauft, dann bei der Familie Fitzgerald angerufen. Leona ist eine Tochter des Hauses, die mich abholte und erst mal Futtersäcke für die Hühner kaufte und zusammen mit dem Verkäufer in ihren Peugout donnerte, in dem ich saß und darüber staunte, wie selbstverständlich das Volk der Iren auf der falschen Seite fährt und die Gangschaltung mit links bedient.

Und das war erst der Anfang. Wie nur sollte nin einem Land, in dem Autofahrer links in Kreisel hineinfahren, die mit „Yield“ beschriftet sind, die Pferde ordnungsgemäß funktionieren? Ich sollte es bald erfahren …

Dienstag, März 24, 2009

Regen machen mit Luftballons

Paul Walgon aus Kensebak hat am Dienstag seinen ersten funktionierenden Micro-Regenmacher der Ortsöffentlichkeit vorgestellt. Zehn Jahre arbeitete der Ingenieur an der Entwicklung, am Montag ist er damit fertig geworden.

"Die Erfindung ist vor allem für private Nutzer gedacht", sagt Walgon. Als Ausgangsstoff für seine Regenmaschinen verwendet er handelsübliche Luftballons. "Ich musste durchaus hin und wieder ein paar Cent zur Seite legen, um die beim hiesigen Sonderpostenhändler kaufen zu können", berichtet der 43-Jährige. In seinem Keller stapeln sich Kisten mit den kautschukhäutigen Spaßmachern.

Die Herstellung der Regenmacher ist gehörig materialintensiv. Hinzu kommt, dass Walgon jedes Gerät in Handarbeit fertigt. Dafür füllt er 20 Ballons mit Helium, einen mit Regenwasser. "Es hat lange gedauert, bis ich die Knoten hingekriegt habe", gesteht er. "Mittlerweile habe ich den Kniff raus." Mit einer aufwändigen Methode, die er sich hat patentieren lassen, verbindet er die Luftballons miteinander, unter Einsatz von Binsen, die er am Kensebaker Wontariasee erntet. "Im Grunde ist das ein Naturprodukt", sagt Walgon über seine Konstruktion. Das Wasser für den einen, mit dem Nass gefüllten Ballon, sammelt er in seiner Zisterne, die er vor zwei Jahren von seinem Nachbarn Bernd Matante übernommen hat.

Seine Erfindung will Walgon an seinem Straßenstand am Balgweg 12 verkaufen. Der Preis? "Das ist Verhandlungssache", sagt Walgon. "Allerdings kann ich die Regenmacher nicht ganz billig weggeben. Die Sentaken, die ich für das Gerät verarbeite, sind einfach zu teuer." Worum es sich bei diesen Sentaken handelt, will Walgon nicht verraten. "Nee, da würde ich ja Trittbrettfahrern Tür und Tor öffnen, da wäre ich ja schön dumm." Er gibt lediglich preis, dass er die Sentaken in das Regenwasser füllt.

Erste Tester sind von Walgons Erfindung begeistert. "Toll ist das", sagt Tim (10), eins der Nachbarskinder des Tüftlers. Ihn überzeugt besonders die Einfachheit des Gerätes. "Ja", erklärt Tim, "einfach steigen lassen, und dann knallt das ordentlich, und der Regen nieselt runter." Der feine Niederschlag fällt auf die je ausgewählte Fläche, die sich unter dem fliegenden Regenmacher befindet. "Prima ist auch, dass auf den Ballons so lustige Gesichter aufgedruckt sind", so Tim. Was er nicht mag, ist, dass die meisten der Ballons rosa sind. Nach seinen Angaben handelt es sich bei dieser Farbe um "Mädchenzeugs".

Bei Tims Testlauf ist der an dem Heliumballons angebrachte wassergefüllte Ballon in etwa zehn Meter Höhe geplatzt. "Die Sentaken sind so trainiert, dass sie erst in dieser Höhe die Membran der Kautschukhülle perforieren", beschreibt Walgon das Prinzip seiner Konstruktion. "Besonders eignet sich das Gerät für Hobbygärtner, die während Dürrezeiten ihre Pflanzen versorgen müssen." Einen Absatzmarkt erhofft sich der Kensebaker daher hauptsächlich in Schrebergartensiedlungen. Er appelliert daher an die Ortsbürgermeister Waltraud Begund diese bislang in Kensebak verbotenen Gartenanlagen zu legalisieren. Die KSP-Ortsgruppe, die im vergangenen Herbst erneut den Einzug in den Ortsrat verpasst hat, unterstützt Walgons Begehren.

Weiterführender Link: Die Regenmacher - Chinas Meteorologen und die saubere Olympialuft

Samstag, Januar 10, 2009

Ablösungserscheinung

Der Augenkuss ist hinlänglich hier beschrieben. Der Nasenkuss hier bebildert. Doch die Kombination aus beidem, also der Kuss auf eine der Flächen zwischen Auge und Nase, der Nasugenkuss, wie ich ihn nennen möchte, findet keinerlei Erwähnung.

Schade. Denn gerade der veranlasste eine mir nahe stehende Person zu dieser Bemerkung: "Kennst Du das Gefühl, wenn sich die Kopfhaut ablöst?"

Ja, zu solcherlei Sinnesexplosion ist nur der Nasugenkuss fähig.

Montag, Januar 05, 2009

Im Allgemeinen mehr Sicherheit ohne Fahrradhelm

Wenn es um den Skiunfall von Dieter Althaus geht, gelingt es Journalisten, die eigentlich bereits erzählte traurige Geschichte zu vertiefen: Ein Ministerpräsident ist in Österreich verunglückt, dabei kam eine am Unfall beteiligte Frau ums Leben, und er ist inzwischen aus dem künstlichen Koma erwacht.

Die Nachricht allein reicht nicht: Während Althaus noch ohne Bewusstsein war, berichtete sein Arzt über das Befinden des Politikers. Weil sich der Ministerpräsident nicht mehr oder noch nicht erinnert, kommt der Bürgermeister des Ortes, in dem die Familie der Verstorbenen altansässig ist, zu Wort. Bald könnte der überraschend doch vorhandene Augenzeuge Details über den Unfall Details zum Unfall öffentlich machen.

Weil der Vorfall hohen Nachrichtenwert hat, denken nun österreichische Politiker über eine Helmpflicht für Skifahrer nach. Ein Helm rettete wohl das Leben von Althaus. Geläutert durch die Erkenntnis, dass Helme den Kopf bei einer Skifahrgeschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern durchaus schützen können, falls es zu einem Sturz kommt, stocken Hobbywintersportler jetzt rege ihre Ausrüstung auf.

Und ich fühle mich an eine Begegnung mit einem Vertreter der Radfahrer-Lobby erinnert, der sagte: Unser Verband setzt sich nicht für das Tragen von Fahrradhelmen ein. Das verwirrte mich. Ich hab das Bild einer Melone im Kopf, die in einen Fahrradhelm gesteckt, das Runterfallen aus anderthalb Meter Höhe schadlos übersteht. Ihr Pendant ohne Helm zerbarst natürlich.

Der Lobbyist erzählte, in Australien habe man es schon mit einer Helmpflicht probiert. Der Effekt war, dass sich weitaus weniger Leute mit dem Rad auf die Straße wagten - ob aus modischen Erwägungen oder weil der Helm unbequem war, egal. (Hier Studienergebnisse zur Helmpflicht am anderen Ende der Welt.) Weniger Radelnde seien ein Problem, sagte der Fahrradfreund: Damit Radfahrer überhaupt im Straßenverkehr wahrgenommen werden, damit Autofahrer sie als halbwegs gleichberechtige Verkehrsteilnehmer akzeptieren und beachten, müssen unter den Teilnehmern im Verkehr zu mindestens drei Prozent Radfahrer sein. Wenn die Leute aber wegen der Helmpflicht nicht mehr das Rad nehmen, sondern zu Fuß oder im Auto unterwegs sind, dann ist der einsame Radfahrer, der sich doch noch nach draußen traut, stärker gefährdet, über- oder angefahren zu werden, als jene Radler, die in Münster oder Holland im Pulk sein Zweirad durch die Gegend bewegen.

Gut, dass der einsame Radfahrer zumindest einen Helm aufhat.