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Donnerstag, Februar 14, 2008

Bilderreigen im Schuppen

In Personalunion als Berichterstatter und Teilnehmer habe ich am Freitag bei 24. UniVideoMagazin (UniMaz) im Ringlokschuppen in Bielefeld im Publikum gesessen. Justin Credible war mein Alter Ego auf der Leinwand, ein TV-Homeshoppingverkäufer. Matthias Sentker und Björn Rexin waren Macher des Kurzfilms, in dem Justin und sein Kollege Tony Flex (Matthias) sich aufmachen, die Welt vor einer Invasion von bepiercten Emos aus dem Weltall zu retten. Im letzten Kurzfilm waren die beiden noch zurückhaltender und wollten einfach nur den "Brickmaster 3000" (Vergleichsbild) zu einem guten Preis unters Volk bringen.

Andere Werke, die bei der Videoshow liefen, waren "Dem Braut ihr Kleid" (hier zu gucken). Ein Mann hechtet darin im Brautkleid durch die Stadt, nachdem er nach einem Schäferstündchen durch ein Fenster flüchten musste und seine Geliebte ihm als Warmhalter ihr Heiratskostüm zuwarf, dem ihr Ehemann dann hinterherrennt. Die Wahl des Publikums brachte den Film am Ende des Abends auf Platz eins.

"Zwischenwelt" - ein improvisierter Kurzfilm (u.a. von Sven Stickling) über zwei Mafiosi, die in einer Welt zwischen Diesseits und Jenseits landen - bekam Platz 2. Guckbar ist der Film da.

Gemeinsames Thema der Kurzfilme war "Glück". "Der Goldene Schuss", ein klamaukig-intelligentes Portrait zweier Lokal-Fußballmannschaften kriegte Platz 3. Den Jurypreis bekam der Film ['fry:Styk] - gesprochen: Frühstück.

Für Hertz 87,9 habe ich unter anderem mit Fabio Magnifico, der Mann hinter dem UniVideoMagazin, gesprochen, außerdem mit Gewinnerfilmhauptdarsteller Markus Hermanns. Eine Reportage, die die Äußerungen meiner Interviewpartner und den Lärm im Hintergrund widergibt, ist exklusiv hier zu hören:



Mehr zum Thema bei Marc Tönsing.

Das Bild oben zeigt die Moderatoren der Show, Andreas Liebold (links) und Nirma Schomeier (rechts), sowie die Jurymitglieder Harald Kranz von der Firma Boge (2. von links) und Marc Tönsing. Kranz berichtete an dem Abend von der Bielefelder Soap Opera "Lohmannshof", die von Boge unterstützt wird. Zwei Folgen der Serie liefen außer Konkurrenz beim UniMaz.

Donnerstag, Januar 31, 2008

Der 24-Stunden-Report, German Ed. (1): 17 Uhr

Na Logo: Wenn jemand mit Kreide über eine Tafel schrammt, fühlt sich das an, als würde uns jemand einen spitzen Stahlnagel in den Thalamus treiben. Inzwischen liebe ich es, selber die Kreide quietschen zu lassen. Ich komme mir dann immer unheimlich unverwundbar vor.

Spezielle Entwicklungsabteilungen in Antipastiproduktionsunternehmen haben Menschen wie mich als Bekehrungswürdige ins Visier genommen, um uns klar zu machen, dass auch wir den Schmerz zulassen müssen. Die Kreide schleift langsam, mein Schmerz kam jäh.

Ich kam nicht mal in die Lage, darüber nachzudenken, mich in Sicherheit zu wiegen, als ich wie mein Mitbewohner seine neue Salatkreation auf meinem Teller zurechtlegte: gewürfelte Gurke, Tomatenstücke, gebröckelter Feta, umspült von Zitronensaft mit Pfeffer und Salz, in dem Knoblauch gelöst war. Dazu süßes Naan-Brot nach indischer Rezeptur, frisch aus dem Toaster. Oliven positionierte ich daneben auf meinem Teller und in Weinblätter gefüllten Reis, den ich mir als einen der ersten Happen in meinem Mund schob. Ich plauderte mit meinem Mitbewohner, und ohne darüber nachzudenken, dass man kräftig kauen soll, schickte ich mich an, genau das zu tun: Zubeißen. Der Reis ließ sich davon beeindrucken und matschen. Der Kieselstein mit der Größe einer homöopathischen Pille entschied sich gegen Nachlässigkeit und stemmte sich in meinen Backenzahn.

Ich fühlte mich als wäre ich eine Schultafel, über die ein Rabauke mit roten Klinkerstein kratzt. Jetzt reicht weiches Fladenbrot, um mich schaudern zu lassen. Das Steinchen hat einen Zahnarzt imitiert und eine kleine Mulde in meinen Zahn gebohrt. Ein echter Dentist muss nun den Pfusch seines Hochstaplerkollegen wieder in Ordnung zu bringen.

Kann ich, wenn ich nachweise, dass der Kiesel wie die Weinblätter aus dem türkischen Bursa kommt, die Reparaturkosten für meinen Zahn an den Fabrikanten der Antipasti-Spezialität schicken? Warum behaupten heute Menschen, sie hätten früher, als sie ganz schlimm Hunger hatten, immer auf Kieselsteinen lutschen müssen? Ich kann keinen kulinarischen Nutzen entdecken, wenn ich mir meinen persönlichen Überraschungskiesel, den ich unglücklich nach seiner Attacke aus dem Reismatsch zwischen meinen Zähnen retten konnte, auf die Zunge lege. Er ist wohl noch zu klein.

Montag, April 30, 2007

Heimatfilm neu definiert

Ein Mann mit Clownsgesicht. Ein Bombenkoffer. Ein vielbevölkerter Marktplatz mitten in der Großstadt. Die Gefahr tickt.

Eine Mutter. Kind nach der Geburt entführt. Unauffindbar. Trauer. Wut. Neid. Ein Teleporter. Die Kinder der Stadt lösen sich in Luft auf.

Tierexperimente. Ein mutierter Schimpanse. Bizarre Intelligenz. Ein unheilbares Virus. Die Rache an der Menschheit kommt schleichend. Horror und Schrecken.

Die unglaublichste Explosion reißt den Lärm der Stadt nieder. Stille.
Mütter und Väter schreien. Pure Verzweiflung. Tausende Menschen keuchen und röcheln auf der Schwelle zum Tod.

Die Welt ist am Abgrund. Zwei Männer wissen, wie sie zu retten wäre. Doch die beiden haben ganz andere Probleme...



Es tut sich Unerwartetes in der Sphäre der Bielefelder Filmindustrie: "Superhelden — Hasenbrot und Waldgeflüster" kommt am Samstag, dem 12. Mai, in eines der Kinos der Großstadt. Doch der Film spielt nicht in der City selbst, das Gros der Handlung wurde in der Provinz aufs Magnetband gebracht, in Oerlinghausen, mitten im Teutoburger Wald. Die beiden obengenannten Männer heißen laut Drehbuch Günther und Chris und kämpfen 80 Filmminuten gewissermaßen um ihr Leben. Ja, sie versuchen, ihr Leben zu retten. Sie geben alles, um das letzte Quentchen Sinn aus ihren Leben zu drücken.

Ich war bei den Dreharbeiten dabei und spiele eine Schlüsselrolle. Denn ich habe nicht nur einen nicht unwesentlichen Teil des Tons zu verantworten, in einer Szene gebe ich zudem den Chauffeur der Helden und transportiere sie durch Zeit und Raum.

Der Film hat seine Premiere im Astoria Bielefeld. Einlass 19.30 Uhr, Beginn 20.15 Uhr. Mehr zu den Machern gibt es hier, zum Schauspielensemble hier und Generelles zu dem Werk, das das Genre Heimatfilm komplett neu definiert, da.